Melanotan 2 – Die Alternative zu Solarien und stundenlagem Sonnenbaden

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Ein Peptid als Alternative zu aufwendigen Besuchen im Solarium

Melanotan 2 Struktur

Melanotan 2

Trotz der bei dauerhafter Nutzung immensen Hautkrebsgefahr boomt die Solarienbranche hierzulande. Das sogenannte Vorbräunen für den Sommerurlaub ist bei den Deutschen vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten zu einem beliebten Aspekt ihrer Freizeit geworden. Doch es gibt eine preiswertere und sichere Alternative.


Natürlich wissen diese Menschen nicht, dass es eine Möglichkeit gibt, mit der sie die Anzahl ihrer Besuche im Solarium stark reduzieren könnten bzw. ganz darauf verzichten könnten und sie dennoch einen natürlich wirkenden braunen Teint erhalten würden.

Abhängig von der Dosierung kann mit dieser Substanz ein Bräunegrad erreicht werden, der auf natürlichem Weg für die Hauttypen I – III ausgeschlossen ist.

Die Rede ist von Melanotan 2, einem Peptid zur subkutanen Injektion mit der Sequenz Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH2.

Dieses Peptid wurde in den 1990er-Jahren an der University of Arizona entwickelt. Die Forscher dort suchten nach neuartigen Möglichkeiten, um das Hautkrebsrisiko bei Menschen mit heller Haut drastisch zu senken.

Eine der besten Verteidigungsmöglichkeiten gegen Hautkrebs ist es, das in der Haut vorhandene Melanin zu aktivieren, sprich die Haut zu bräunen. Gemäß der Vermutung der Forscher würde eine Anregung des körpereigenen Pigment-Systems vor einer Bestrahlung mit UV-Licht das Hautkrebsrisiko deutlich senken.

Das Vorkommen von Melanin wird durch das Hormon MSH gesteuert, denn dieses regt die Pigmentzellen in der Haut (Melanozyten) dazu an, den Hautfarbstoff zu produzieren.

Die direkte Gabe von MSH erzielte zwar diesen Effekt, doch fiel die Halbwertszeit viel zu gering aus, um für eine praktische Anwendung in Frage zu kommen.

Mit Melanotan 1 und Melanotan 2 fanden die Forscher Peptide, welche eine wesentlich bessere Wirkung sowie längere Halbwertszeit aufweisen.

Beide Peptide sind Analoge zum Alpha-Melanozyten stimulierendem Hormon (α-MSH), welche die Bräunung der Haut anregen und ca. 1000-Mal stärker wirken als natürliches MSH. Melanotan 2 wirkt dabei noch einmal stärker bzw. langfristiger als Melanotan 1 und weist zudem weitere interessante Effekte auf.

Die Wirkung von Melanotan 2 genauer erklärt

Die Hypophyse produziert im Gehirn unter anderem das Hormon Proopiomelanocortin (POMC). Dieses ist eine Vorstufe von Adrenocorticotropin (ACTH). Dieses ACTH wiederum ist eine Vorstufe von Alpha-MSH.

Diesen Hormonen gemeinsam ist ihre Interaktion mit den sogenannten Melanocortin-Rezeptoren (MC-Rezeptoren).

Im menschlichen Körper existieren verschiedene Typen (MC-Rezeptoren).

Die MC-1 Rezeptoren befinden sich in den Hautzellen, welche sich durch die Stimulation dieses Rezeptortyps braun färben. An diesem Mechanismus setzen Analoge zu Alpha-MSH, wie Melanotan 2, an und sorgen für eine gebräunte Haut, ohne dass diese gleichzeitig übermäßiger UV-Bestrahlung ausgesetzt werden muss.

Die MC-3 und MC-4 Rezeptoren befinden sich im Gehirn und in den Nervenfasern des peripheren Nervensystems. Durch die Stimulation dieser Rezeptoren entstehen sexuelle Erregungszustände und bei Männern auch Erektionen.

Die MC-5 Rezeptoren sind an der Regulation der Körpertemperatur beteiligt. Durch die Beeinflussung dieses Rezeptor-Typs weisen die meisten Alpha-MSH Analoge einen Effekt hinsichtlich der Gewichtsreduktion auf.

Derzeit sind 3 verschiedene Alpha-MSH Analoge auf dem Markt erhältlich, nämlich Melanotan 1, Melanotan 2 und PT-141. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie von Enzymen im Körper nicht so leicht aufgelöst werden können wie körpereigenes Alpha-MSH.

Neben der Steigerung der Produktion von Melanin regt Melanotan 2 die Libido bei Männern und Frauen an und verringert das Aufkommen von Hungergefühlen.

So sollte Melanotan 2 für eine effektive Bräunung angewendet werden

Bereits 1996 wurde eine klinische Studie der Phase I mit Melanotan 2 an der University of Arizona durchgeführt. Nach der Anwendung von nur 5 niedrig dosierten Gaben Melatonan 2 an jedem zweiten Tag zeigte sich bei den 3 männlichen Probanden ein deutlich sichtbarer Bräunungseffekt.

Melanotan 2 wird als lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) Pulver in Phiolen zum Verkauf angeboten. Um es subkutan anwenden zu können, muss Melanotan 2 mit sterilem oder zumindest bakteriostatischem Wasser gemischt werden.

Hierzu gibt man beispielsweise mittels einer Kanüle 1 ml dieses Wassers in eine Phiole mit 10 mg Melanotan 2 in Pulverform. Um die Konzentration zu verringern (für eine niedrigere Einzeldosis) kann man natürlich auch mehr Wasser hinzugeben.

In der Pulverform sollte Melanotan 2 in einem Gefrierfach aufbewahrt werden, nach der Kombination mit Wasser in einem Kühlschrank. Die fertige Lösung sollte innerhalb von ca. 10 Tagen verbraucht werden.

Bei der subkutanen Anwendung sollten natürlich die üblichen Vorsichtsmaßnahmen wie eine hyigienische Reinigung der Injektionsstelle mit Alkohol und eine tägliche Rotation der Injektionsstellen berücksichtigt werden.

Eine subkutane Injektion ist übrigens schmerzfrei, sofern eine ausreichend dünne Nadel zur Injektion angewendet wird.

Um nicht durch kleinere Nebenwirkungen, wie Übelkeit oder Benommenheit, beeinträchtigt zu werden, empfiehlt sich die Injektion vor dem Schlafen.

Da die Halbwertszeit von Melanotan 2 bei 36 Stunden liegt, genügt es, wenn die Haut innerhalb von 36 Stunden nach der Injektion einer geringen Menge an UV-Strahlung ausgesetzt ist, beispielsweise durch einen Aufenthalt im Freien oder eine Anwendung der schwächsten Stufe im Solarium.

Die sichere Dosis für Melanotan liegt bei ca. 0,025 mg/kg Körpergewicht, d.h. ein Mensch mit einem Gewicht von 80 kg sollte pro Anwendung maximal 2 mg Melanotan 2 aufnehmen.

In der Regel reicht eine niedrigere Dosis aus.

Beispielprotokoll für die Anwendung von Melanotan 2:

  • 1. Tag: 0.25 mg
  • 2. Tag: 0.25 mg
  • 3. Tag: 0.5 mg
  • 4. Tag: 0.5 mg
  • 5. Tag: 0.5 mg
  • 6. Tag: 1 mg
  • 7. Tag: 1 mg
  • Nach der ersten Woche reichen in der Regel 1-2 Injektionen wöchentlich aus. Nach dem der gewünschte Bräunungsgrad erreicht wurde, genügt 1 Injektion pro Woche zur Erhaltung des Teints.

    Anmerkung: Melanotan 2 sollte auf keinen Fall höher dosiert werden !

    Es existiert ein Bericht, bei dem ein Anwender,weil er schneller braun werden wollte, statt 1 mg gleich bei der ersten Anwendung 6 mg Melanotan 2 injizierte.

    Infolgedessen begann eine Auflösung von Muskelzellen im gesamten Körper, wodurch Muskelproteine in großen Mengen in die Blutbahn gerieten, was zusätzlich (neben der Auflösung der Muskulatur) zu Nierenschäden führen kann.

    Nur durch die intravenöse Gabe von Natriumbicarbonat im Krankenhaus konnte die Auflösung der Muskulatur nach 3 Tagen gestoppt werden und der Anwender konnte gesund nach Hause zurückkehren.

    Bei korrekter Dosierung drohen solche Nebenwirkungen nicht.

    Im Internet werden an zahlreichen Stellen auch Nasenspray-Versionen von Melanotan 2 angeboten. Diese sind komplett wirkungslos, da das Peptid die Nasenschleimhäute nicht passieren kann.